Aus der Geschichte der Absolvia

 

Die Erlanger Absolvia zählt wie die anderen fränkischen Absolvenbünde zu den „klassischen“ Schülerverbindungen, deren Name von ihrer Abschlussprüfung abgeleitet wurde (Absolutorium - Absolvia). Die Farben der bayerischen Realschulen waren weiß-grün (die Gymnasien weiß-rot). Sie kehren überall wieder, wo solche Verbindungen bestehen. Die Sitten und Gebräuche wurden von den Studentenverbindungen entlehnt.

Die Gründerzeit

1877

Die Gewerbeschule in Erlangen wurde in eine sechsklassige Realschule umgewandelt.

Schüler der Realschule gründeten die Absolvia. Der genaue Gründungstag kann nicht mehr festgestellt werden, da alle alten Aufzeichnungen wegen der ständigen Verfolgungen von Seiten der Schule verlorengingen.

1880er Jahre

Die Absolvia konnte damals nicht während des ganzen Schuljahres auftreten, sondern trat im wesentlichen nur beim Schulschluss im Juli mit einem Kommers und einem Gartenfest mit Tanz in Erscheinung, wobei Mütze, Band und Bierzipfel getragen wurden.

Es bestand eine strenge Polizeiverordnung, wonach es den Gastwirten verboten war, an 15- oder 16-jährige Schüler Bier auszuschenken. Deshalb fanden die Kneipen aus Sicherheitsgründen in ständigem Wechsel auswärts statt: in Bruck, Tennenlohe, Gründlach, Dechsendorf, Möhrendorf, Baiersdorf, sogar auf der „Ohrwaschel“ im Nürnberger Wald. Die Kneiputensilien wurden jedes Mal mitgeschleppt. Selbstverständlich wurden alle Wege hin und zurück zu Fuß zurückgelegt, was mitten in der Nacht nicht ganz einfach war.

1890er Jahre

Es fanden schon regelmäßig Kneipen während des Schuljahres statt. Besuchsbeziehungen mit auswärtigen Absolvenbünden in Nürnberg, Fürth, Bayreuth und Würzburg entstanden.

Die Aktiven waren als Schüler höchstens 16 Jahre alt. Mit dem Schulabgang, beim Schlusskommers wurden sie Philister. Die Bindung an die Absolvia verlor sich, es bestand keine Verbindung zu den nachfolgenden Jahrgängen.

1905

Um die ehemaligen Absolven zu sammeln und diese dem Bunde zu erhalten, wurde der Absolvia-Philister-Verband (APhV) gegründet.

Der APhV wurde die anerkannte Vertretung der Absolvia gegenüber der Öffentlichkeit. Ihm konnten der Pedell und die Polizei nichts mehr anhaben. Aktivitas und APhV waren damals jedoch getrennte Institutionen.

Die Zeit der beiden Weltkriege

1914-1918

In vaterländischer Begeisterung meldeten sich 1914 die aktiven Absolven als Kriegsfreiwillige. 26 junge Burschen kamen nicht wieder. Die daheim gebliebenen versorgten die an der Front stehenden Bundesbrüder mit Nachrichten aus dem Bundesle-
ben, die den Namen
„HEIMAT“ trugen und heute noch bestehen.

nach 1918

Nach dem Krieg ging der Kneipbetrieb der Aktivitas weiter. Das Kellerhäuschen der „Windmühle“ am Fuße des Tunnelberges wurde die Bude der Aktivitas.

1920er Jahre

Für den APhV begann im Haus „Zur Goldenen Schleie“ eine Blütezeit, die viele Jahre anhielt und als die goldenen 20er Jahre des APhV angesprochen werden können.

Später bezog der APhV das obere Stockwerk der „Windmühle“ und unterhielt viel Geselligkeit mit eigener Kapelle und Darbietungen unserer Bundesbrüder. Über die Straße hatten die Aktiven ihre Bude. Auch der Verkehr mit den auswärtigen Absolvenbünden wurde lebhaft betrieben.

ab 1929

Die Realschule wurde zur „Ohm-Oberrealschule“ aufgestockt. Die Aktivitas hatte starken Zuwachs. Sie stellte sich wegen der jetzt neunklassigen Schule auf eine längere Aktivenzeit um und kneipte hauptsächlich beim Brückenpaulus in Sieglitzhof.

nach 1933

In der NS-Zeit wurde die Aktivitas, wie alle anderen Verbindungen, 1935 aufgelöst. Der APhV vegetierte in einer kleinen Runde weiter.

1939-1945

Der 2. Weltkrieg brach aus. Nach ihm kam der große Zusammenbruch. Überall herrschte Hoffnungslosigkeit.

Die Nachkriegszeit

nach 1945

Nach dem Krieg zeigte sich, dass die Jugendfreundschaften ein festes Band bildeten. Es trafen sich wieder viele alte Absolven, manche waren Jahrzehnte fern von Erlangen gewesen. Sie waren gerührt, dass die kleine, alte Schülerverbindung noch bestand und setzten sich begeistert für ihren Neuaufbau ein.

1947

Die Absolvia bekam eine neue Lizenz.

nach 1947

Das Beste war, dass wir auch wieder junge Bundesbrüder bekamen, die sich dem alten Freundeskreis anschlossen. Es entstand eine Integration von Aktivitas und Philisterium unter einem Dach, als Basis eines lebenslangen Freundschaftsbundes.

seit 1950

Der „Schwarze Bär“ wird unser ständiges Kneiplokal. Die Absolvia (Aktivitas und Philisterium) tagt dort jeweils an einem Montag.

1953

Nicht zuletzt auf Initiative der Absolvia Erlangen schlossen sich die weiß-grün-weißen Absolvenbünde im fränkischen Raum zum Fränkischen Absolvenconvent (FAC) zusammen.

1965

Unsere Stammschule erhielt ihren jetzigen Namen:                 Ohm-Gymnasium“. Um die gleiche Zeit entstanden andere weiterführende Schulen. Deshalb öffnete sich die Absolvia für die Schüler dieser Schulen im Raum Erlangen.

1977

Die Absolvia feiert ihr 100-jähriges Stiftungsfest.

seit 1981

Die Absolvia veranstaltet jedes Jahr „OHM am Berg“.

1999

Die Absolvia hat eine eigene Home Page entwickelt.

2002

Die Absolvia feiert ihr 125-jähriges Stiftungsfest.

2003

Festkommers „50 Jahre FAC“ in Erlangen.

2005

Die Absolvia feiert „100 Jahre Absolvia-Philister-Verband“ (APhV)

 

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